Blindtext für Kirchengemeinden

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4
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Die Türen gehen um zehn auf, der Gottesdienst beginnt um 10:30 Uhr und dauert etwas mehr als eine Stunde. Wer später kommt, kommt später; wer vorher gehen muss, geht vorher. Am Eingang liegt ein gedrucktes Blatt mit dem Ablauf, damit niemand raten muss, wann aufgestanden wird und wann nicht.

Sonntag & Woche

  • Gottesdienst am Sonntag — Beginn um 10:30 Uhr, nach rund siebzig Minuten sind wir fertig. Alle Texte stehen auf dem Blatt und an der Wand, Vorkenntnisse braucht es keine. Danach Kaffee im Saal, meistens bis halb eins.
  • Andacht am Morgen — Mittwochs um 8:15 Uhr eine halbe Stunde, bevor die meisten zur Arbeit fahren. In der Regel sind wir zu neunt. Niemand muss etwas vorbereiten, und laut sprechen muss auch niemand.
  • Trauungen & Trauerfeiern — Im Jahr begleiten wir etwa 15 Trauungen und 34 Trauerfeiern, für Gemeindemitglieder ebenso wie für Menschen, die wir vorher nie gesehen haben. Die Vorgespräche – meist drei über sechs Wochen – kosten nichts.
  • Ausgabe von Lebensmitteln — Dienstags von 14 bis 17 Uhr, ohne Nachweis und ohne Nachfrage. Im vergangenen Jahr wurden 5.200 Tüten gepackt. Haltbare Spenden können an jedem Wochentag im Windfang abgestellt werden.

An einem gewöhnlichen Sonntag sind wir etwa 180, an den Festtagen fast das Doppelte. Rund 55 % wohnen im Viertel und kommen zu Fuß. Es sitzen Familien mit kleinen Kindern hier, Studierende, Leute, die seit vierzig Jahren dieselbe Bank belegen, und jeden Monat ein paar, die zum ersten Mal da sind.

Mehr aus dem Textbestand für Kirchengemeinden

Der Generator oben mischt den gesamten Bestand. Darunter folgt der Rest, Block für Block – zum Lesen, bevor etwas ins Layout wandert.

Headlines

  • Ein Platz ist frei
  • Sonntags um 10:30 Uhr
  • Gemeinde statt Publikum

Wir feiern sonntags um 10:30 Uhr, trinken danach Kaffee im Gemeindesaal und lassen das Haus die übrige Woche offen für alle, die es brauchen.

Kommen Sie, wie Sie sind, setzen Sie sich nach hinten, gehen Sie früher – niemand wird Sie darauf ansprechen.

Das Läuten hören Sie drei Straßen weiter. Was danach passiert, entscheidet sich meistens beim Kaffee und dauert länger als der Gottesdienst.

Teamtexte

Almut Reinberg — Pfarrerin

Almut ist seit 2017 hier, davor elf Jahre in einer sehr viel kleineren Gemeinde am Rand des Kreises. Ihre Predigt schreibt sie donnerstagnachmittags im Café an der Ecke und lässt sich dabei gern unterbrechen. Jeden Sommer fährt sie mit dem Rad an die Küste und braucht dafür jedes Jahr länger.

Tobias Quandt — Kirchenmusiker

Tobias hat Orgel und Chor in derselben Woche übernommen, was er bis heute für eine Aufgabe zu viel hält. Er setzt fast alles selbst, was wir singen, und hält eisern daran fest, dass keine Probe nach 21 Uhr endet. Drei Kinder, ein sehr lauter Hund.

Miriam Sattler — Koordinatorin Gemeindearbeit

Miriam hält die Ausgabe, den Raumkalender und den Dienstplan zusammen, dahinter stehen rund 60 Ehrenamtliche. Angefangen hat sie 2019 als Helferin am Dienstag; die Arbeit machte sie längst, bevor jemand auf die Idee kam, ihr einen Titel dafür zu geben.

Zitate

„Ich sitze seit zwei Jahren jeden Sonntag in der vorletzten Reihe und musste bis heute niemandem erklären, warum. Beim Kaffee danach reden wir über den Winterdienst und über Enkelkinder.“

Ulrich Menzel, Kommt sonntags

„Als mein Mann im März ins Krankenhaus kam, stand zwei Tage später ein Topf Suppe vor der Tür. Es war niemand dabei, der mich überzeugen wollte – nur jemand, der gekocht hatte!“

Hanne Zöllner, Gemeindemitglied seit 1998

„Wir haben den Saal für den achtzigsten Geburtstag meiner Mutter gemietet, 12 € die Stunde, Schlüssel am Freitagabend. Ob wir dazugehören, hat uns niemand gefragt.“

Sevim Karahan, Nachbarin aus der Straße

FAQ-Antworten

Was soll ich am Sonntag anziehen?

Das, was Sie ohnehin anhaben. An einem beliebigen Sonntag sitzen hier Anzüge, Arbeitshosen und Jogginghosen unter dem Mantel nebeneinander. Die Frage, die wir am Eingang am häufigsten hören, lautet „Falle ich auf?“ – und ehrlich gesagt schaut niemand hin.

Muss ich etwas in die Kollekte geben?

Nein. Der Klingelbeutel geht durch die Reihe, und an den meisten Sonntagen legt etwa ein Drittel nichts hinein. Das fällt niemandem auf und wird nirgends notiert. Die Jahresabrechnung hängt ab April im Schaukasten, falls Sie sehen möchten, wohin das Geld geht.

Können meine Kinder mit in den Gottesdienst?

Ja, und leise sein müssen sie nicht. Wir haben aufgehört, uns über Kindergeräusche zu wundern – die hinteren Bänke sind mit Teppich, Kissen und einer Kiste Bücher genau dafür da. Parallel läuft eine Gruppe für 5- bis 12-Jährige, anmelden muss sich dafür niemand.

Gehören Sie zu einem größeren Verband?

Wir sind Teil eines losen Zusammenschlusses unabhängiger Gemeinden, der zweimal im Jahr zusammenkommt und gemeinsame Standards für die Arbeit mit Kindern trägt. Entschieden wird hier vor Ort: Der Kirchenvorstand hat neun Mitglieder und wird für drei Jahre gewählt.

Schlusssätze

Wenn Sie überlegen vorbeizukommen, müssen Sie sich vorher bei niemandem anmelden. Kommen Sie um 10:20 Uhr, setzen Sie sich, wohin Platz ist, und entscheiden Sie hinterher in Ruhe, ob Sie in der nächsten Woche wieder da sein wollen.

Das Büro ist dienstags bis freitags von 9 bis 15 Uhr besetzt, die Kirche selbst steht an den meisten Werktagnachmittagen offen – auch für Leute, die einfach nur eine halbe Stunde still sitzen wollen. Das kommt häufiger vor, als man denkt.

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